#02: Den Traum in die Wirklichkeit umsetzen – unsere Reisevorbereitungen

Nachdem wir uns in den vergangenen Jahren immer wieder über das Thema Weltreise unterhalten haben, kristallisierte sich Anfang 2023 heraus, dass das Jahr 2025 ein guter Zeitpunkt für eine Weltreise ist (genaueres dazu findest du in unserem allerersten Blogbeitrag «Wenn Träume wahr werden»). In der Zwischenzeit haben beide genug Geld zur Seite legen können, um uns unsere gemeinsame Traumreise zu ermöglichen. Wir konnten somit die Länder auswählen, die uns am meisten reizten, auch wenn dies bedeutet, dass wir hauptsächlich in teureren Destinationen unterwegs sein werden. Ebenso haben wir uns während eines grossen Teils der Reise für unser Lieblingsreisefortbewegungsmittel – das Wohnmobil – entscheiden können. Wenngleich wir auf unseren Reisen die Gegend häufig zu Fuss erkunden, so schätzen und mögen wir es gleichfalls, wenn wir uns einmal eine aussergewöhnliche Aktivität oder einen etwas teureren Ausflug leisten können.

Auch aus beruflicher Sicht passte es im Jahr 2025 für beide. Während Michelle ihren Job gekündigt hat, kann Basil unbezahlten Urlaub nehmen und nach der Weltreise wieder zu seinem Arbeitgeber zurückkehren.

Eine Vorbereitungs- und Planungsphase von knapp zwei Jahren fanden wir für uns persönlich optimal. So konnten wir uns in Ruhe und ohne grossen Stress auf die Reise vorbereiten. Im ersten Jahr (2023) haben wir uns ausgiebig mit der Grobplanung befasst, sodass wir circa ein Jahr vor Reisebeginn unsere ungefähre Route zusammengeschustert hatten. Dies ermöglichte uns beispielsweise, frühzeitig Offerten und Verfügbarkeiten von Mietfahrzeugen anzufragen und zu sichern. Wir konnten uns aber auch intensiv mit den Bedingungen vor Ort (z.B. die Temperaturen zum Reisezeitpunkt) auseinandersetzen oder uns über die Buchbarkeit von gewissen Leistungen (bei uns waren insbesondere die Hüttenbuchungen der Great Walks in Neuseeland ein grosses Thema) informieren, um sie dann rechtzeitig zu buchen.

Ganz besonders toll fanden wir unser «Brainstorming-Wochenende»: Wir haben «wie wild» alle Destinationen zusammengetragen, die wir irgendwann einmal bereisen möchten. Natürlich waren es viiiiel zu viele für eine einjährige Reise, nichts destotrotz hat es unheimlich viel Freude bereitet, einfach mal so drauflos zu träumen. Wir haben uns unzählige YouTube-Videos und Reisedokus angeschaut und sind dabei auch auf Länder und Regionen gestossen, die wir vorher als Reiseziel noch gar nicht auf dem Radar hatten. Schlussendlich haben wir uns auf Destinationen konzentriert, die einerseits eine (zu) lange An- und Rückreise mit sich bringen und andererseits aufgrund ihrer Grösse nicht in gewöhnlichen Ferien zu bereisen sind. Anfänglich stand zusätzlich zu den am Schluss gewählten Destinationen noch Hawaii auf unserer Wunschliste. Bei genauerer Planung mussten wir dann aber feststellen, dass wir für unser Empfinden mit dieser zusätzlichen Destination zu wenig Zeit in den einzelnen Ländern/Regionen gehabt hätten. Deshalb haben wir Hawaii wieder von der Liste gestrichen und uns für folgende Destinationen entschieden:

Australien – Neuseeland – französisch Polynesien – Alaska/Nordwest-Kanada – Patagonien 

Nun hiess es, die Länder in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Sydney wollten wir gerne als Startpunkt wählen und dort Silvester verbringen. Doch wie sieht es danach aus? Australien ist derart riesig und verfügt über so viele Klimazonen, dass wir uns erst mal schlau machen mussten, wann welcher Teil Australiens am besten zu bereisen ist. Da Neuseeland ja «gleich nebenan» – also lediglich etwas über 3 Flugstunden von Australiens Ostküste entfernt – liegt, wollten wir diese beiden Ländern nacheinander besuchen. In Australien wollten wir gesamthaft mehr als drei Monate bleiben, was mit einer normalen elektronischen Einreisegenehmigung (eTA) möglich ist, allerdings nur verteilt auf mehrere Aufenthalte (max. drei Monate am Stück, wobei Mehrfacheinreisen innerhalb eines Jahres erlaubt sind*). In Neuseeland ist mit einer eTA ein 90-tägiger Aufenthalt* erlaubt. So sind wir nun den ersten Monat im Südosten Australiens unterwegs, gehen dann für knapp drei Monate nach Neuseeland und kehren dann nochmals für zweieinhalb Monate nach Australien zurück. Dieses Mal jedoch in den Westen, den Norden und das Zentrum. Bevor wir auf der Südhalbkugel in die Wintermonate kommen, machen wir uns langsam auf den Weg Richtung nördlicher Hemisphäre. Zuerst legen wir jedoch noch einen Stopp in der Südsee ein. Es gibt hier so viele paradiesische Inseln, dass man wirklich die Qual der Wahl hat. Wir hätten hier wahrscheinlich ein halbes Jahr «Island-Hopping» machen können, doch vernünftigerweise (und dem Geldbeutel zuliebe) beschränken wir uns auf etwas mehr als zwei Wochen auf französisch Polynesien. Hier stehen hauptsächlich «sünele und bädele» und Schnorcheln auf dem Programm (was übrigens ganz untypisch für uns ist, insbesondere für Basil!). Weiter geht es in den hohen Norden nach Alaska. Alaska ist für uns beide eine Herzensangelegenheit. Wir haben früher nicht nur beide hier gelebt, sondern uns auch in Alaska kennengelernt (mehr zu dieser Geschichte erfährst du in «Über uns»). Nun möchten wir Alaska gemeinsam ausgiebig bereisen und auch den Nordwesten Kanadas (besser) kennenlernen. Als letzten Stopp und krönenden Abschluss unserer Weltreise haben wir Patagonien, den südlichsten Teil Chiles und Argentiniens, auserkoren. Da es mittlerweile Mitte Oktober ist, wechseln wir wieder auf die südliche Hemisphäre und kommen somit im Frühling in Patagonien an. Andere Hemisphäre, neuer Kontinent, neue Sprache und Kultur. Wir sind total gespannt auf Patagonien! Die Herausforderung bei der Planung bestand hier in der Wahl des Anmietlandes des Mietfahrzeugs und einer geeigneten Routenplanung, da wir mehrmals die Grenze überqueren und das Fahrzeug im selben Land abgegeben werden muss, wie es übernommen wurde. Schliesslich haben wir uns entschieden, das Fahrzeug in Chile zu mieten. Die Anmietung erfolgt in Puerto Montt, Ausgangspunkt der spektakulären Carretera Austral, und die Rückgabe in Punta Arenas, der südlichsten Stadt Chiles. Von Punta Arenas fahren wir das letzte Stück mit dem Bus über die Grenze nach Argentinien bis ans «Ende der Welt»: Ushuaia.
Kurz vor Weihnachten 2025 werden wir wieder zurück in die Schweiz fliegen (so zumindest ist der jetzige Plan).

Die Länder haben wir nun also ausgewählt und den groben Verlauf definiert. Nun hiess es rechnen, rechnen, rechnen. Da für die meisten Leistungen (z.B. Unterkünfte, Fahrzeuge) die Preise nicht zwei Jahre im Voraus berechnet werden können, haben wir uns in den meisten Fällen an den Preisen für das Folgejahr orientiert (dort jedoch möglichst exakt die provisorisch geplanten Daten gewählt, um die Preise für die korrekte Saison zu erhalten. So haben wir die ungefähren Kosten für Hotelübernachtungen, Campingplätze, Mietfahrzeuge, Lebensmittel und Treibstoff herausgesucht. Ebenso haben wir uns notiert, mit welchen Fixkosten (Krankenkasse, Steuern, etc.) wir während unserer Reise in der Schweiz zu rechnen haben. Wer genaueres zur Kostenkalkulation erfahren oder generell an einer ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung bezüglich einer Weltreiseplanung interessiert ist, den verweisen wir gerne an unseren Artikel «Planung und Vorbereitung einer Weltreise».

Bis zu diesem Punkt konnten wir alles relativ mühelos selber recherchieren und organisieren. Doch nun kam die Zeit, wo wir Unterstützung von Profis benötigten. Da wir von einem «Round the World»-Flugticket profitieren wollten, diese aber sehr komplexe Bedingungen haben, haben wir uns Hilfe beim Globetrotter-Team am Zürcher Rennweg geholt. Sie haben uns gekonnt durch das Wirrwarr von Möglichkeiten geführt und alle Flugbuchungen für uns übernommen.

Während sich Yvonne von Globetrotter um unsere Flüge gekümmert hat, konnten wir uns dem Projekt «Great Walks buchen» widmen. Zu den sogenannten Great Walks zählen zurzeit elf der schönsten Mehrtageswanderungen Neuseelands. Sie alle führen durch spektakuläre Landschaften. Übernachtet wird entweder in Hütten oder auf ausgeschilderten Campingplätzen. Wir haben uns fünf solche Great Walks herausgesucht und weil wir ja bereits fleissig recherchiert haben, wussten wir auch, dass zu einer «frühzeitigen Reservation» geraten wird. «Frühzeitig» im Sinne von: Sobald das Buchungsfenster aufgeht, sitzt du auf die Minute pünktlich am Computer, hast vorgängig bereits einen Account erstellt, bist eingeloggt und hoffst nun – wie zu Studentenzeiten bei den Modulwahlen – dass der Server nicht zusammenbricht und du zu den Glücklichen zählst, die sich einen der heissbegehrten Plätze ergattern können. Die Walks werden gestaffelt über vier Daten freigeschaltet. Dank der Zeitverschiebung sassen wir also viermal abends um 23:30 Uhr vor dem Computer und haben uns am Buchungs-Spektakel beteiligt. Als erstes war der Milford Track, der beliebteste aller Great Walks, dran. Tja, so sassen wir dann beide an unseren Laptops und Handys, haben gefühlt 500-mal unsere Daten eingegeben, sind wieder rausgeflogen, hängengeblieben oder im Time-out gelandet… Um halb eins in der Nacht haben wir uns dann – müde, genervt, aber trotzdem voller Adrenalin – gefragt, wie lange wir es eigentlich noch probieren wollen. Wir hätten wohl tatsächlich bald aufgegeben, doch dann hat es eeeeendlich geklappt. So ganz daran glauben konnten wir aber noch nicht, haben wir doch die vergangene Stunde ständig irgendwelche unmöglichen Hüttenkombinationen und sich ständig wechselnden Buchungsstati beobachtet. Mit dem Eintreffen der Bestätigungsmail sind die Zweifel jedoch verflogen – wir haben es geschafft! Blieben noch vier weitere Great Walks an drei verschiedenen Daten zu buchen… Ganz so schlimm wie beim Milford Track war es bei den anderen Tracks zum Glück nicht mehr. Wir haben alle unsere «Wunsch-Walks» bekommen, worüber wir uns riesig freuen. Handkehrum finden wir es auch traurig, dass solche Erlebnisse wie auf einem Great Walk zu wandern nur noch möglich sind, wenn man Monate im Voraus gepaart mit einer Portion Glück einen Platz ergattern kann.

In Neuseeland hatten wir nun einige Fixpunkte: einerseits die Hin- und Weiterflüge (von/nach Australien) und andererseits die Hütten- und Campingübernachtungen auf den Great Walks. Bei den anderen Destinationen waren wir meistens flexibler, da wir lediglich die (Weiter)Flüge und die Fahrzeugübergaben/-rückgaben als Ankerpunkte hatten. Wie bei all unseren bisherigen Reisen stellen wir um diese Daten herum eine grobe Routen- und Tagesplanung zusammen. Es geht uns dabei nicht darum, dass wir jede Minute unserer Reise durchgetaktet oder gar durchgebucht haben. Wir wissen dadurch jedoch, wo es was zu sehen und erleben gibt und was uns besonders interessiert. Durch eine gute Vorbereitung können wir vor Ort viel Recherchezeit sparen, indem wir uns nicht mehr komplett einlesen müssen. So können wir auf die Dinge, die wir rausgeschrieben haben, zurückgreifen und müssen nur noch entscheiden, worauf wir Lust haben. Nebst den Sehenswürdigkeiten und Highlights setzen wir uns jeweils auch mit den Distanzen/Fahrzeiten zwischen den einzelnen Etappen auseinander. Diese dienen uns als «Leitplanken»: Wir können flexibel bleiben und an einem Ort auch mal ein paar Tage länger bleiben, sehen auf der provisorischen Routenplanung jedoch auf einen Blick, wie viel Strecke/Fahrzeit wir im Gegenzug aufzuholen haben oder ob wir dann dafür an einem anderen Ort die Aufenthaltsdauer kürzen müssen. Wir sind bisher mit dieser provisorischen Routenplanung immer gut gefahren und hatten nie das Gefühl oder gar Stress, vielleicht etwas Wichtiges verpasst zu haben.

Neben der Planung der eigentlichen Reise gibt es auch einiges, was im Heimatland abgeklärt werden und worum man sich zuhause kümmern muss. Dazu haben wir einen separaten Beitrag «Administrative Abklärungen im Heimatland» verfasst. Was uns dabei am meisten Sorgen bereitete, war die Suche nach Untermietern. Es müsste schon ziemlich viel Glück im Spiel sein, wenn jemand genau für die zwölf Monate, die wir weg sind, eine grosse, möblierte Wohnung (eingerichtet für 2 Personen) sucht. Und dann noch auf dem Land. Doch wie der Zufall es wollte, hat sich eine Freundin aus der Schulzeit bei uns gemeldet. Sie und ihr Mann suchen für das Jahr 2025 eine Wohnung im Zürcher Unterland. Ein wahrer Glückstreffer für beide Parteien! Uns ist dadurch eine riesige Last von den Schultern gefallen. Wir hätten unsere schöne Wohnung nur im äussersten Notfall aufgegeben, weil wir uns hier wirklich sehr wohlfühlen. Jetzt wissen wir, dass die Wohnung in guten Händen ist, bis wir wieder zurückkehren. 

Bevor wir in die letzte – und wahrscheinlich in mehreren Belangen etwas stressige – Phase kurz vor Abreise kommen, hatten wir noch zwei grössere und vor allem zeitintensive Aufgaben auf unserer ToDo-Liste. Zum einen wollten wir ein schönes Abschiedsfest mit unseren Familien und Freunden feiern und zum anderen möchten wir den Versuch wagen, eine eigene Webseite zu erstellen. Deutlich weniger herausfordernd war die Organisation des Abschiedsfests. Dank der Aufteilung der Gäste auf drei «Schichten», hat sich das Fest zwar zeitlich etwas in die Länge gezogen (genauer gesagt von Samstag vormittags bis Sonntag abends ;)), doch dafür hatten wir ausreichend Zeit, um uns mit (fast) jedem Einzelnem zu unterhalten und Zeit zu verbringen. Wir haben das Fest sehr genossen und möchten uns an dieser Stelle auch nochmals ganz herzlich für die vielen helfenden Hände und die grosszügigen Geschenke bedanken. Wir freuen uns jetzt schon auf die vielen Ausflüge und Aktivitäten, die wir dank euch unternehmen dürfen! Schwieriger und vor allem aufwändiger war die Erstellung dieser Webseite. Da wir beide Neulinge auf diesem Gebiet sind, hat sich dieses Projekt in einen wahren Stundenfriedhof verwandelt. Es ist erstaunlich, wie die Zeit vergeht, indem man sich lediglich «ein wenig» durch die Templates und Formatierungen klickt, dieses und jenes ausprobiert oder Textentwürfe schreibt. Schwupps ist wieder eine Stunde um und Schwupps, schon kommen einem wieder neue Gestaltungs- oder Beitragsideen in den Sinn. Das Ganze hat uns jedoch unglaublich viel Spass gemacht und es ist schön, nun eine – zumindest in unseren Augen – ziemlich ansehnliche Webseite kreiert zu haben.

*Achtung: Informationen zu den Einreisebestimmungen der jeweiligen Länder stehen ausdrücklich unter Vorbehalt. Einreisebestimmungen müssen immer zum aktuellen Reisezeitpunkt und für die eigene Staatsbürgerschaft geprüft werden!)

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#03: Endspurt

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#01: Wenn Träume wahr werden