Planung und Vorbereitung einer Weltreise

Planst du selbst eine längere Reise und weisst noch nicht genau, wie oder wo du am besten beginnen sollst? Dann bist du hier am richtigen Ort gelandet. Schritt für Schritt zeigen wir auf, was es bei der Planung einer längeren Reise alles zu bedenken gibt. Wie detailliert du deine Reise planen möchtest, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab – wie z.B. Einreisebestimmungen, persönliche Vorlieben bezüglich Flexibilität oder Sicherheit –, wobei es kein «richtig» oder «falsch» gibt. Inwiefern du die einzelnen Schritte befolgen möchtest, ist selbstverständlich dir selbst überlassen. Mit unserer Anleitung bist du auf jeden Fall gut vorbereitet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Wenn es dich Wunder nimmt, wie wir uns auf unsere einjährige Weltreise vorbereitet haben, dann lies unseren Blogeintrag «Den Traum in die Wirklichkeit umsetzen – unsere Reisevorbereitungen».

Du hast deine Reise bereits geplant und suchst noch nach Tipps für unterwegs? Dann schau dir doch unsere «Tipps für unterwegs» an.

Budgetplanung

Nicht gerade der romantischste Einstieg – doch da Vieles (wenn nicht sogar Alles) vom Budget abhängt, bringen wir dieses Thema gleich zu Beginn. Die Frage nach dem Budget steht auch bei unseren Reiseplanungen stets an erster Stelle. Es nützt nichts, wenn du dir bereits eine lange Reise detailliert zusammenstellt und dann merkst, dass die geplante Reise aufgrund finanzieller Aspekte nicht realisierbar ist. Deshalb lautet die erste Frage:

Wie viel Geld kannst/willst du für die Reise aufbringen?

Bedenke, dass du auch die Fixkosten einkalkulierst, die du zuhause haben wirst – z.B. für Steuern, Krankenkasse, Versicherung – sowie einen «Notgroschen» für Ungeplantes – im Falle eines medizinischen Notfalls, Arbeitslosigkeit nach der Rückkehr, etc.

Es ist immens wichtig, dass du bei allen weiteren Schritten dein Budget nie aus den Augen verlierst: Überprüfe bei jedem weiteren Teilschritt, ob deine Wünsche und Pläne mit deinem Budget vereinbar sind.

Grobplanung: Reisezeitpunkt, Reisedauer und Destinationen bestimmen

Nun beginnt die eigentliche Reiseplanung. Erstelle ein grobes «Gerüst» deines Reiseverlaufs und beantworte die folgenden Fragen:

Wann soll deine Reise starten?

Eine längere – wie in unserem Fall einjährige – Reise braucht einiges an Vorbereitungszeit. Wir haben uns knapp zwei Jahre vor Reisestart dazu entschlossen und waren sehr froh um diese zwei Jahre. Warum? Wir sind beide Vollzeit berufstätig, womit die gesamte Organisation und Planung auf die Abende und Wochenenden fällt. Natürlich haben wir nicht während zwei Jahren jede freie Minute mit der Reiseplanung verbracht. Wir hatten so die Möglichkeit, uns frühzeitig zu informieren und dann bereit zu sein, wenn z.B. Buchungsfenster für beliebte Unterkünfte/Aktivitäten/Fahrzeuge aufgehen. Ein zentraler Punkt stellt die Prüfung der Jobsituation dar: Kann unbezahlter Urlaub genommen werden? Muss der Job gekündigt werden? Gibt es bestimmte Auflagen seitens des Arbeitgebers (ist beispielsweise nur eine bestimmte Anzahl an Wochen unbezahlter Urlaub möglich)? Wie sieht die Arbeitssituation nach der Rückkehr aus?

Wie lange soll deine Reise dauern?

Die Wahl der Reisedestinationen, der Reisedauer und des Budgets sind eng miteinander verflochten und hängen somit stark voneinander ab. Teurere Destinationen wie Ozeanien, Nordamerika und Nordeuropa erlauben tendenziell eine geringere Reisedauer oder verlangen ein höheres Budget als günstigere Destinationen wie Südostasien oder Südamerika. Es muss aber auch nicht zwingend das Ziel sein, so lange wie nur irgendwie möglich unterwegs zu sein. Vielleicht reichen dir wenige Wochen oder Monate aus, um dir deine Traumreise erfüllen zu können.

Es gibt noch viele weitere Faktoren, welche die obige Frage beeinflussen. Findet zum Beispiel ein Ereignis (Hochzeit, Weihnachten, etc.) statt, welches du zuhause auf keinen Fall verpassen möchtest?

Welche Länder möchtest du bereisen?

Wo möchtest du unbedingt (nochmals) hin? Was möchtest du auf jeden Fall erleben? Notiere dir alles, was du gerne machen oder wohin du gerne reisen möchtest. Das muss noch gar nicht durchdacht sein oder einer sinnvollen Reihenfolge entsprechen. Halte zuerst einmal einfach alles fest, ohne gross darüber nachzudenken, ob das alles zusammenpasst und verwirklicht werden kann. Lass dich inspirieren! Besuche Ferienmessen oder Multivisionsvorträge, schaue YouTube-Videos, lies Blogeinträge von anderen Reisenden, bestelle Reisekataloge, tausche dich mit Leuten aus, die bereits in deinen Wunschdestinationen waren.

Reiseveranstalter organisieren manchmal Reise- oder Inspirationstage oder halten (Online)Vorträge. Dies stellen wunderbare Möglichkeiten dar, um von kompetenten Fachpersonen Einblicke in und Tipps für deine Wunschdestinationen zu erhalten.

Bei deiner Recherche wirst du automatisch auf viele Sehenswürdigkeiten oder sogar Länder aufmerksam, die vorher gar nicht auf deinem Radar waren. Umgekehrt stellst du aber vielleicht auch fest, dass du von gewissen Ländern ein falsches Bild hattest und dich diese Destination bei genauerer Betrachtung gar nicht mehr reizt. Falls du mit einem/r Reispartner/in reist, müsst ihr eure Reiswünsche immer wieder miteinander abgleichen. Kompromisse eingehen gehören dazu, wenn du aber feststellst, dass sich die Wünsche und Bedürfnisse gar nicht decken, solltest du dich frühzeitig fragen, ob eine weitere Reiseplanung mit dieser Person Sinn macht.

Sortieren der Destinationen & grobe Definition der Reiseroute

Nachdem du nun ein Brainstorming erstellt hast, kannst du nun beginnen, deine Wunschdestinationen zu ordnen und in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Das klingt leichter, als es ist und bringt eine Menge an zeitintensiver Recherchearbeit mit sich. Wenn du dir dies nicht zutraust oder dir die nötige Zeit fehlt, besteht natürlich auch die Möglichkeit, zu einem Reisespezialisten zu gehen und dir eine auf deine Bedürfnisse abgestimmte Reise zusammenstellen zu lassen.  

Angenommen, du möchtest die Planung selbst in die Hand nehmen, dann solltest du dich nun mit diesen Fragen auseinandersetzen: 

  • Was sind die besten Reisezeiten? Was bedeuten die «besten Reisezeiten» überhaupt? Heisst es, dass die Destination nur dann bereist werden kann (z.B. weil zu anderen Zeiten aufgrund der Regenzeit die Strassen unpassierbar sind) oder lediglich, dass dann beispielsweise die angenehmsten Temperaturen herrschen (die Destination aber eigentlich ganzjährig bereist werden könnte)? Beste Reisezeiten ist in den meisten Fällen gleichzusetzen mit «am meisten Besucher» und «am teuersten». In vielen Ländern gibt es Zwischensaisons, in denen man immer noch sehr gut reisen kann, aber bereits mit merklich tieferen Preisen und geringeren Besucherzahlen verbunden sind.

  • Wie lauten die Einreisebestimmungen? Wie lange darfst du dich im jeweiligen Land aufhalten? Unter welchen Voraussetzungen ist eine Wiedereinreise möglich? Was sind die jeweiligen Kriterien? Benötigst du ein Visum? Wie kann dieses beantragt werden? Was kostet es? Benötigst du bestimmte Impfungen? Wie sieht es in punkto Sicherheit aus? Ist bei Einreise der Vorweis eines Ausreisetickets Pflicht? In vielen Ländern darfst du dich bis max. 90 Tage mit einem eVisum aufhalten. Solche Informationen sind von grosser Wichtigkeit und beeinflussen die weitere Planung.

  • Wie lassen sich nun die einzelnen Destinationen miteinander verbinden? Trage die Informationen zu den besten (oder auch möglichen) Reisezeiten und den Einreisebestimmungen zu deinen einzelnen Wunschländern zusammen und schaue, ob sie sich sinnvoll kombinieren lassen. Optimalerweise reist du nicht die ganze Zeit im Zickzack durch die ganze Welt, sondern bewegst dich mehrheitlich von Osten nach Westen oder umgekehrt. Möchtest du bei einer einjährigen Reise das ganze Jahr über Sommer haben, musst du auch mit einplanen, dass du die Hemisphäre wechselst (sprich «unseren» Winter auf der Südhalbkugel verbringst und «unseren» Sommer wieder auf der Nordhalbkugel).

Überprüfe immer wieder, ob der erstellte grobe Plan die wichtigsten Kriterien erfüllt: Befinde ich mich zu einer geeigneten Reisezeit in der Zieldestination? Darf ich mich so lange, wie ich es geplant habe, dort aufhalten? Macht die Reihenfolge der bereisten Länder geographisch Sinn? Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird der erste grobe Plan nicht gleich auf Anhieb aufgehen. Eventuell reicht es, wenn du die Reihenfolge leicht änderst. Vielleicht merkst du, dass eine Destination so überhaupt nicht mit den anderen Ländern kompatibel ist und streichst sie aus dieser Reise raus. Vielleicht fügst du aber auch eine neue Destination hinzu, welche perfekt in eine Lücke in der Reiseplanung passt.

Passt nun alles zusammen?
Du denkst, es ist alles geschafft?
Leider müssen wir dich enttäuschen. Zwar hast du einen Grossteil der Grobplanung erarbeitet, doch jetzt liegt nochmals wichtige Recherchearbeit vor dir. Diese dreht sich um dein Budget… Allenfalls musst du deinen erarbeiteten Plan wieder über Bord werfen und Anpassungen vornehmen. Es ist jedoch viel besser, wenn es an diesem Punkt der Planung passiert, als wenn dir schlimmstenfalls plötzlich vor Ort das Geld ausgeht und du die Reise abbrechen müsstest. Somit kommen wir nun zur Kostenkalkulation.

Kostenkalkulation

Jetzt geht es darum, so genau wie möglich zu eruieren, wie viel dich die Reise kosten wird und eine entsprechende Kostenkalkulation zu erstellen. Bevor du damit starten kannst, solltest du dir Gedanken machen, wie du unterwegs sein möchtest. 

  • Fortbewegung: Öffentliche Verkehrsmittel, Mietwagen, Wohnmobil, …

  • Unterkunftsart: Zelt, einfache Hostels, Apartments, Mittelklassehotels, Luxusunterkünfte, …

  • Verpflegung: selbst kochen vs. auswärts essen

  • Aktivitäten: gibt es Aktivitäten, die man unbedingt machen möchte?

Was spricht dich am meisten an? Kannst du dir etwas überhaupt nicht vorstellen? Wähle sowohl beim Fortbewegungsmittel wie auch bei der Unterkunftsart pro Land die beiden Varianten aus, die dir am meisten zusagen. Im Artikel «Vergleich von Mietwagenreisen und Wohnmobilferien» haben wir eine Aufstellung mit Vor- und Nachteilen sowie unseren persönlichen Präferenzen niedergeschrieben. 

Vielleicht findest du es spannend, einen Teil der Reise als Backpacker/in mit den ÖVs unterwegs zu sein und in einfachen Hotels zu übernachten. Vielleicht gefällt es dir aber nach einem Monat Backpacken auch wieder, für eine Weile stationär in einem Apartment zu wohnen und die Umgebung mit einem Mietwagen zu erkunden. Es eignet sich auch nicht jede Destination gleich gut für eine bestimmte Fortbewegungsart oder verfügt über die favorisierten Unterkunftsmöglichkeiten.

Vergleiche deine beiden gewählten Varianten miteinander, indem du für den geplanten Reisezeitraum Unterkünfte und Fahrzeuge raussuchst (es nützt nichts, wenn du eine Hotelübernachtung in der Nebensaison raussuchst, du dann aber in der Hochsaison dort sein wirst). Liegt die Reise noch zu weit in der Zukunft, um mit den realen Reisedaten zu arbeiten, dann nimm die Daten vom aktuellen Jahr. Es geht darum, ein Gefühl für die Preise in den jeweiligen Ländern zu bekommen. Was kostet durchschnittlich eine Nacht in einem einfachen Hotel? Wie viel kostet ein Stellplatz für ein Wohnmobil? Was kostet ein Abendessen? Wie teuer sind Lebensmittel? Wie hoch sind die Treibstoffkosten (vgl. CHF/Liter; Verbrauch pro Kilometer; ungefähre Gesamtdistanz)? Gibt es Visumkosten? Wie viel kosten die Flüge? Benötigst du Inlandflüge, Fährpassagen, Zugtickets? Gibt es bestimmte Ausflüge, welche du sicher machen möchtest? Welche Fixkosten hast du zuhause?

Rechne diese Faktoren hoch auf die Anzahl Tage, die du für die jeweilige Destination geplant hast und gleiche sie dann mit deinem Budget ab. Da die Preise je nach Destination sehr stark variieren, können wir dir keine allgemeinen Richtwerte angeben. Als grobe Orientierung kannst du dir den Big-Mac-Index für deine Reiseländer anschauen. Dieser vergleicht den Preis (umgerechnet in USD) für einen Big Mac von verschiedenen Ländern. Sehr vereinfacht gesagt: je tiefer der Preis, desto günstiger ist das jeweilige Land.

Das Ergebnis deiner groben Kalkulation sollte einiges unter deinem maximalen Budget liegen, da du hier ja noch keine Auslagen für generelle Ausflüge, Parkplatzgebühren, Parkeintritte und sonstige Ausgaben einkalkuliert hast. Hast du dein Budget an dieser Stelle bereits knapp erreicht oder sogar überstiegen, dann überlege dir, ob du etwas an der Fortbewegungs- und/oder Unterkunftsart oder auch an der Dauer in einer gewissen Destination ändern möchtest. Vielleicht verbringst du lieber mehr Zeit in einer günstigeren Destination oder entscheidest dich für eine tiefere Unterkunftskategorie, damit du trotzdem gleich lange in deinen Wunschdestinationen verweilen kannst.

Wenn du jetzt nochmals mit den Destinationen jonglierst, vergiss nicht, dass du dabei wieder die Punkte vom vorherigen Abschnitt im Auge behältst (beste Reisezeit, Einreisebestimmungen, Kombinierbarkeit der Destinationen) und stets auch das Budget miteinbeziehst. Geduld, Flexibilität, Kompromissfähigkeit und Durchhaltewillen helfen dir durch diese Phase der Planung. Wenn du an dem Punkt angekommen bist, wo alles aufgeht, kannst du mit den nächsten Planungsschritten beginnen. Wenn du am Verzweifeln bist, weil es «einfach nicht passt wie ich es mir vorstelle», besteht weiterhin die Möglichkeit, dich an einen Reisespezialisten zu wenden. Mittlerweile verstehst du, weshalb eine Vorbereitungszeit von zwei Jahren gar nicht so abwegig ist.

Wir empfehlen ein Excel-Dokument mit einer Kostenkalkulation zu erstellen und mit verschiedenen Sheets zu arbeiten, um die Übersicht nicht zu verlieren. Wir haben als erstes ein Sheet mit unseren recherchierten Preisberechnungen erstellt, was auf der rechten Seite beispielhaft aufgeführt ist.

Es folgen dann pro Land/Region jeweils ein weiteres separates Sheet, wo die tatsächlichen Ausgaben eingetragen werden. Wir persönlich möchten am Schluss der Reise nicht nur wissen, was uns diese insgesamt gekostet hat, sondern etwas genauer differenzieren können,

  1. wer was/wieviel bezahlt hat (deshalb die Spalte «Wer»).

  2. wofür wir wie viel Geld ausgegeben haben (deshalb die Spalte «Kategorie»).

  3. ob unsere Ausgaben mit unseren Kalkulationen (s. Abbildung oben) übereinstimmen, sprich, ob wir im Budget sind oder dieses überzogen haben.


Wir sehen ganz einfach, dass wir z.B. für Camping-Übernachtungen total 1480.- budgetiert haben, davon schon 200.- «gebraucht» haben und wir somit für die Destination noch 1280.- übrighaben. Unter «Total» sehen wir unser Gesamtbudget und unsere Gesamtausgaben für die Destination. Ist bei der Differenz die Zahl positiv (grün), so sind wir im Budget, ist sie negativ (rot) so haben wir es überschritten. Zusätzlich gibt es die Spalte «Übertrag vorherige Destination», welche aufzeigt, ob wir kumuliert gesehen unter oder über dem Budget sind. Zusammen mit dem Wert aus der Zeile «verfügbares Budget bis Destinationsende», ergibt sich, wie viel Geld wir bis zum Ende dieser Destination noch zur Verfügung haben.

Feinplanung: ungefähre Route festlegen

Nun kannst du mit der Feinplanung starten. Hier raten wir dir zu zwei Tools: einer Excel-Datei «Reiseplanung», um die Übersicht über deine geplante Route zu behalten sowie einer ToDo-Liste (z.B. in OneNote), wo du alles notierst, was noch abgeklärt, angefragt, nachgelesen oder gebucht werden muss. Wir haben unsere ToDo-Liste nach verschiedenen Kategorien geordnet und dort jeweils die ToDo’s aufgelistet (auch Abklärungen, die im Heimatland erledigt oder abgeklärt werden müssen!). Am einfachsten ist es, wenn du diese beiden Werkzeuge von Beginn an nützt. So vermeidest du nicht nur lästiges Nachtragen von Informationen, sondern auch, dass Informationen verloren gehen. Du wirst schnell merken, dass ganz viele Informationen zusammenkommen und du dir nicht alles «im Kopf» behalten und pendent halten kannst. Sobald du erste Buchungen/Ausgaben getätigt hast, trägst du diese in deiner «Kostenkalkulation» (s. obiger Abschnitt) ein.

Bei der Erstellung deiner ungefähren Reiseroute kannst du dich an folgende Fragen halten:

Fragen zum Reiseablauf (Start & Ende)

Wo gibt es Flughäfen (bei Fluganreise), Häfen (bei einer Anreise per Schiff) oder Grenzübergänge (bei einem Grenzübertritt aus einem Nachbarland)? Welche (Flug)Verbindungen existieren? Möchtest du deine Reise wieder am selben Ort beenden (von A zurück nach A) oder eine Einwegreise (von A nach B) machen? Wie sieht der preisliche Unterschied zwischen Fahrzeugrückgabe am selben Ort und einer Einwegmiete aus («One-Ways» bei Fahrzeugmieten sind häufig sehr teuer)? Kann eine Rundreise geplant werden oder müsste genau die gleiche Strecke in die andere Richtung gefahren werden, falls man sich für eine Fahrzeugrückgabe am selben Ort entscheidet?

Fragen zu Mietfahrzeugen 

Wo befinden sich (Auto/Camper)Vermietstationen? Decken sich diese Orte mit den Flughäfen, die man anfliegen will? Welche Vermieter gibt es? Welche Fahrzeugtypen haben sie? Gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Vermietern (bzgl. Preis, Fahrzeugflotte, inkludierte Leistungen)? Ist die gewünschte Fahrzeugkategorie verfügbar? Existieren Restriktionen für gewisse Fahrzeugkategorien (z.B. Verbot, Schotterstrassen zu befahren)? Wie sehen das öffentliche Verkehrsnetz und die Fahrpläne aus (falls man ohne eigenes Fahrzeug unterwegs ist)?

Fragen zu Aktivitäten

Gibt es spezielle Aktivitäten, Ausflüge oder Unterkünfte, die man auf keinen Fall missen möchte? Wo befinden sich diese? Müssen sie im Voraus gebucht werden? Wie kommt man dorthin? Ist eine individuelle Anreise möglich?

Nun sind der Start- und Endpunkt in der jeweiligen Destination, der passendste Fahrzeugvermieter und die wichtigsten Aktivitäten festgelegt. Um diese Fixpunkte herum kannst du nun die restliche Route planen. Auch hier sind Routenvorschläge aus Reisekatalogen, Reiseführern oder Reiseberichte von anderen Reisenden hilfreich und dienen als wertvolle Inspirationsquellen. Bedenke jedoch bei deiner Planung, dass du auf einer mehrmonatigen Reise vermutlich in einem langsameren Tempo unterwegs sein wirst als bei einem Routenvorschlag, der auf einen dreiwöchigen Aufenthalt ausgerichtet ist. Plane somit regelmässig Ruhetage sowie mehrtätige Aufenthalte am selben Ort ein, um einen entspannteren Reiserhythmus zu haben. Es geht auch hier nicht darum, deine Reise exakt durchzutakten und jeden Tag zu planen oder gar alles im Voraus zu buchen. Es gibt dir aber eine erste Idee, was es an den einzelnen Orten zu sehen und erleben gibt. Durch eine gute Vorbereitung kannst du dir viel Recherchezeit vor Ort sparen und musst dich nicht mehr komplett einlesen. Es bleibt dir somit mehr Zeit für Aktivitäten oder zur Entspannung. Schau dir auch die Distanzen an: Wie gross sind die Distanzen? Wie können diese aufgeteilt werden?  

Wir sind bisher mit dieser provisorischen Routenplanung immer gut gefahren. Man behält die Flexibilität, um an einem Ort auch mal ein paar Tage länger zu verweilen, kann aber «auf einen Blick» sehen, wie viel Strecke/Fahrzeit man aufzuholen hat oder ob/wo man an einem anderen Ort dafür die Aufenthaltsdauer kürzen muss.

Sobald eine grobe Routenplanung besteht, kannst du beginnen, erste Leistungen – in der Regel deine Fixpunkte wie Flüge, Fahrzeuge, sehr beliebte Unterkünfte oder Ausflüge – zu buchen. Ob eine Vorausbuchung nötig ist, kannst du einerseits herausfinden, indem du bei dem entsprechenden Fahrzeug-, Touren- oder Unterkunftsanbieter nachfragst. Andererseits lohnt es sich auch, sich (nochmals) über die besten Reisezeiten (= am meisten Touristen) zu informieren, herauszufinden, wann die Einheimischen Ferien haben, wann Feiertage sind oder sonstige Ereignisse (Festival, Marathon, etc.) stattfinden, welche eher eine Vorausbuchung erfordern.

Wir haben nun mindestens drei Dokumente – nämlich die Kostenkalkulation, die Reiseplanung und eine ToDo-Liste –, welche im Rahmen der bisherigen Reiseplanung bereits zusammengekommen sind. Eine übersichtliche Ordnerstruktur und Dateibenennung hilft dir ungemein weiter, um den Überblick zu bewahren. Für uns hat sich die rechts abgebildete Ordnerstruktur bewährt.

Parallel zu den Reisevorbereitungen müssen auch einige Abklärung gemacht werden, welche diverse Belange im Heimatland betreffen. Wir empfehlen auch hier, frühzeitig mit den Abklärungen zu beginnen, um unschöne Überraschungen zu vermeiden. Welche Punkte es zu bedenken gibt, haben wir in einem separaten Beitrag «Administrative Abklärungen im Heimatland» zusammengetragen.

Die letzten Tage vor Abreise

Obwohl einem durch die viele Recherchearbeit seine Zieldestinationen mittlerweile bekannt vorkommen, die Reiseroute ungefähr geplant ist und die wichtigsten Leistungen gebucht sind, werden die letzten Tage vor Abreise nochmals stressig: Viele werden ihren Hausrat einlagern, die Wohnung putzen (allenfalls sogar die Wohnung auflösen) und mit den neuen (Unter)Mietern eine Wohnungs- und Schlüsselübergabe machen müssen. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um mal wieder unsere Wohnung auszumisten, haben vieles verschenkt oder für die Zeit unserer Abwesenheit an Freunde und Familie ausgeliehen. Ebenfalls ein paar Tage vor Abreise findet ein «Probe packen» statt. Passt alles ins Gepäck? Was muss unbedingt mit? Was kann bei Bedarf auch vor Ort gekauft werden? Müssen noch letzte Einkäufe getätigt werden? Wie lauten die Gepäckrichtlinien der Airlines?

Verschaffe dir einen Überblick über deine wichtigsten Dokumente (Pass, nationaler und internationaler Führerschein, Versicherungsausweis, Impfbüchlein, etc.) und fertige Kopien an. Mach mehrere Kopien, welche du an unterschiedlichen Orten (im Portemonnaie, Handgepäck, aufgegebenen Gepäck) mit dir mitführst und scanne sie zudem ein, damit du notfalls auch digital darauf zugreifen kannst.

Zu guter Letzt solltest du deinen Angehörigen einen – zumindest groben – Zeitplan zukommen lassen. Triff Vereinbarungen, wie häufig du dich von unterwegs meldest (z.B. alle x Tage/Wochen eine SMS schicken) und führe die wichtigsten Angaben zu deinem Notfallkontakt in deinem Heimatland (Beziehung zu dieser Person, Telefonnummer (inkl. internationaler Vorwahl) und E-Mailadresse) zusammen mit deinen wichtigsten Dokumenten mit dir mit.

Die wichtigsten Punkte und Fragen haben wir hier nochmals zusammengefasst:

Gut vorbereitet und voller Vorfreude kannst du nun in dein eigenes Abenteuer starten! Wir hoffen, dass wir dir einige Anregungen mitgeben und dir deine Reiseplanung ein wenig erleichtern konnten.

Du möchtest noch mehr Reisetipps von uns? Dann schau dir unsere «Tipps für unterwegs» an.

Bist du auf der Suche nach Inspirationen für deine Reise? Ein Besuch unserer Bildergalerie kann dir vielleicht weiterhelfen oder du stöberst durch unsere eigene Inspirationsliste.

Dich interessieren unsere persönlichen Reiseerlebnisse? In unserem Blog berichten wir, was wir auf unserer Weltreise alles sehen und erleben.